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Flammenhemmende Schutzkleidung ist speziell entwickelt, um in Brandsituationen nicht zu entflammen, nicht weiterzubrennen und die Wärmeübertragung auf die Haut zu minimieren. Sie kann Leben retten — und ist in vielen Industrien gesetzlich vorgeschrieben.
Flammenhemmende Kleidung (auch: flammfeste, schwer entflammbare oder FR-Kleidung von engl. „flame resistant") ist Schutzkleidung für Arbeitsbereiche mit Hitze-, Feuer- oder Lichtbogengefahr. Sie verhindert, dass sich das Gewebe entzündet — und wenn doch, erlischt es automatisch nach Entfernen der Flammenquelle.
Das entscheidende Prinzip: Normale Kleidung aus Polyester oder Baumwolle brennt weiter, sobald sie Feuer fängt — und kann dabei schwerwiegende Verbrennungen verursachen. Flammhemmende Kleidung hingegen verkohlt an der Oberfläche, ohne zu schmelzen oder zu tropfen, und bildet so eine Schutzschicht für die Haut.
Die Schutzwirkung wird entweder durch natürlich flammfeste Fasern (z. B. Aramid, Modacryl) oder durch eine chemische Imprägnierung des Gewebes erreicht. Bei chemisch behandelten Materialien muss die Wäschebeständigkeit besonders beachtet werden.
Lebenswichtig: Bei einem Störlichtbogen oder Flammenunfall entscheiden Sekunden. Flammenhemmende Kleidung gibt dem Träger wertvolle Zeit zur Reaktion — und kann schwerwiegende oder tödliche Verbrennungen verhindern.
Zertifizierte flammhemmende Kleidung nach EN ISO 11612 muss eine Reihe definierter Eigenschaften erfüllen — geprüft und bestätigt durch akkreditierte Prüfinstitute.
Das Material erlischt automatisch nach Entfernen der Flammenquelle. Kein Weiterbrennen ohne externe Wärmezufuhr.
Das Gewebe schmilzt nicht und tropft nicht auf die Haut — was bei Kunstfasern besonders gefährlich wäre.
Schutz vor Strahlungswärme, konvektiver Wärme und direktem Flammmkontakt. Wärmeübertragung auf die Haut wird minimiert.
FR-Kleidung muss auch nach Wärmeeinwirkung ausreichend reißfest bleiben, damit sie nicht bricht und Haut freilegt.
Die Schutzwirkung muss auch nach vielfachem Waschen erhalten bleiben — geprüft nach festgelegten Wäschen laut Norm.
Alle flammhemmenden Kleidungsstücke müssen CE-zertifiziert sein und die PSA-Verordnung 2016/425 erfüllen.
Die Flammschutzwirkung hängt stark vom verwendeten Material ab. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen inhärent flammfesten Fasern (von Natur aus) und chemisch behandelten Materialien.
Inhärent flammfest. Behält Schutz auch nach vielen Wäschen. Hochwertig, leicht, komfortabel. Standard in der Industrie.
Inhärent flammfestOft kombiniert mit Baumwolle. Guter Tragekomfort bei guter Schutzwirkung. Häufig für Multinorm-Kleidung.
Inhärent flammfestChemisch imprägnierte Baumwolle. Guter Komfort, kostengünstiger. Schutzwirkung nimmt bei falscher Pflege ab.
Chemisch behandeltHöchste Temperaturbeständigkeit. Einsatz bei extremen Bedingungen wie Feuerwehr und Raumfahrt. Sehr teuer.
Spezialanwendung
Pflege entscheidend: Bei chemisch behandelten FR-Materialien kann falsche Wäsche (falsches Waschmittel, zu hohe Temperatur, Weichspüler) die Schutzwirkung dauerhaft zerstören. Immer das Pflegeetikett beachten und keine Weichspüler verwenden.
Die wichtigsten Normen sind klar definiert und je nach Branche und Gefahrenpotenzial vorgeschrieben. Jede Norm prüft spezifische Schutzparameter.
Die Hauptnorm für industriellen Flammschutz. Prüft Kontaktflammen (A), konvektive Wärme (B), Strahlungswärme (C), geschmolzenes Aluminium (D), geschmolzenes Eisen (E) und Kontaktwärme (F).
Speziell für Schweißer und verwandte Prozesse wie Schneiden, Schleifen und Löten. Zwei Klassen je nach Belastungsintensität.
Schützt vor thermischen Gefahren elektrischer Lichtbögen. Messung in ATPV (cal/cm²). Kleidung darf nicht entflammen oder auf der Haut schmelzen.
Für Arbeitsbereiche mit geringerem Flammenrisiko. Leichterer Schutz als EN ISO 11612, aber zertifiziert für kurzzeitigen Flammenkontakt.
Verhindert elektrostatische Aufladung in ATEX-Zonen. Häufig kombiniert mit EN ISO 11612 für Multinorm-Flammschutzkleidung in der Petrochemie.
Basisnorm für alle Schutzkleidung. Regelt Komfort, Ergonomie, Größensysteme, Materialeigenschaften, Kennzeichnung und Pflegesymbole.
| Prüfparameter | Code | Klassen | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Kontaktflammen | A1 / A2 | 2 Klassen | Alle Branchen mit Flammenrisiko |
| Konvektive Wärme | B1–B3 | 3 Klassen | Hochöfen, Gießerei, Energie |
| Strahlungswärme | C1–C4 | 4 Klassen | Schweißen, Metallverarbeitung |
| Geschm. Aluminium | D1–D3 | 3 Klassen | Aluminiumguss, Hüttenbetriebe |
| Geschm. Eisen | E1–E3 | 3 Klassen | Stahlwerk, Gießerei |
| Kontaktwärme | F1–F3 | 3 Klassen | Heiße Oberflächen, Rohrleitungen |
Flammenhemmende Kleidung ist überall dort gesetzlich vorgeschrieben, wo thermische Risiken, offene Flammen, Lichtbogengefahr oder explosionsfähige Atmosphären auftreten können.
Schutz vor Störlichtbogen bei Arbeiten an Hoch- und Niederspannungsanlagen, Schaltanlagen und Kabeln.
Hochöfen, Gießerei, Walzwerke und Stahlwerke. Schutz vor Strahlungswärme und flüssigen Metallspritzern.
Raffinerien, Tanklager und Förderanlagen. Kombination aus Flamm- und Antistatikschutz für ATEX-Zonen.
Funkenflug, Metallspritzer und Strahlungswärme bei Schweißen, Schneiden und Schleifen.
Produktion, Abfüllung und Transport gefährlicher Stoffe. Explosionsgefahr erfordert kombinierte PSA.
Wartung elektrischer Bahnsysteme, Oberleitungen und Signaltechnik. Lichtbogen- und Warnschutz kombiniert.
Verhindert oder minimiert schwerwiegende Verbrennungen bei Flammen- und Lichtbogenunfällen.
Selbstverlöschende Materialien geben dem Träger Zeit zur Reaktion und Flucht aus der Gefahrenzone.
Erfüllt strenge europäische Sicherheitsnormen. CE-Kennzeichnung garantiert geprüfte Schutzwirkung.
Flammschutz kombinierbar mit Antistatik, Lichtbogen- und Warnschutz — ein Kleidungsstück, mehrere Normen.
Moderne FR-Materialien sind leicht, atmungsaktiv und komfortabel — auch bei langen Schichten.
EU-PSA-Verordnung 2016/425 verpflichtet Arbeitgeber zur Bereitstellung geeigneter FR-Schutzkleidung.
Alle Produkte sind CE-zertifiziert, nach EN ISO 11612 und weiteren Normen geprüft — direkt bei Masterwear erhältlich.
EN ISO 11612
Zertifiziert nach EN ISO 11612. Schutz vor Flammen, Hitze und Metallspritzern für Energie, Chemie und Schweißen.
Multinorm
EN ISO 11612 + EN 1149-5 + IEC 61482. Kombinierter Schutz vor Flammen, Antistatik und Lichtbogen.
EN ISO 11611
Nach EN ISO 11611 Klasse 1 & 2. Für Schweißen, Schneiden und verwandte thermische Prozesse.